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Noch keine abschließende Einigung bei Tarifverhandlungen

Wohlfahrt und Pflege

Noch keine abschließende Einigung bei Tarifverhandlungen

Tarifverhandlungen mit dem DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V.

 
Bei den Tarifverhandlungen für die rund 160 Beschäftigten beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V in Forst (Lausitz) ist es auch nach sechs Verhandlungsrunden seit Februar 2018 noch zu keiner abschließenden Tarifeinigung gekommen. Zwar konnte in der letzten Verhandlungsrunde am 9. Juli 2018 eine Einigung zu den Entgelttabellen erzielt werden, jedoch ist erneut offen, wann der Tarifvertrag in Kraft treten soll.

In der vorletzten Verhandlungsrunde am 7. Juni 2018 hatten sich ver.di und das DRK schon auf den 1. März 2018 als Tag für das Inkrafttreten verständigt. In der letzten Verhandlungsrunde am 9. Juli 2018 hatte das DRK den Zeitpunkt, zu dem der Tarifvertrag in Kraft treten soll, wiederrufen.

Die ver.di-Tarifkommission fordert, dass der Tarifvertrag rückwirkend zum 1. März 2018 in Kraft tritt. Die Gewerkschaft ver.di hatte den DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße schon im Juni 2017 zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Am 28. September 2017 hatte der erste Verhandlungstermin stattgefunden. „Der 1. März 2018 ist schon ein Zugeständnis der ver.di-Tarifkommission. Ein späterer Termin wird von der ver.di-Tarifkommission nicht akzeptiert“, so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer aus Cottbus.

Neben dem Termin, zu dem der Tarifvertrag in Krafttreten soll, gibt es noch keine Einigung zur Höhe der Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld), zu den Löhnen der acht ehemaligen Küchenbeschäftigten, die zwischenzeitlich gekündigt wurden, deren Arbeitsverhältnis infolge der Kündigungsfrist aber noch nicht beendet ist, und zum Zeitpunkt, ab dem der Nachtzuschlag gezahlt werden soll.

Die ver.di-Tarifkommission fordert, dass der Nachtzuschlag, so wie allgemein üblich, ab 21 Uhr gezahlt werden muss. Das DRK will den Nachtzuschlag erst ab 22 Uhr zahlen. Die ver.di-Tarifkommission fordert, dass auch für die ehemaligen Küchenbeschäftigten, deren Arbeitsverhältnis noch nicht beendet ist, der neue Tarifvertrag gelten soll. Zum Weihnachtsgeld hat die ver.di-Tarifkommission einen Kompromissvorschlag unterbereitet. Danach soll das Weihnachtsgeld im Jahr 2018 nur 45% und ab dem Jahr 2019 55% des Tabellenentgeltes betragen. Das DRK will das Weihnachtsgeld vom wirtschaftlichem Erfolg abhängig machen und sich nicht auf einen festen Wert festlegen.

Die Tarifverhandlungen werden ab Mitte August 2018 fortgesetzt. Ein konkreter Termin steht noch nicht fest. Die Beschäftigten hatten schon am 7. November 2017 und am 17. Januar 2018 zwischen 2 bis 3 Stunden für einen Tarifvertrag gestreikt. „So lange es zu keiner abschließenden Tarifeinigung kommt, sind erneute Warnstreiks auch nicht ausgeschlossen“, so Ralf Franke der ver.di-Verhandlungsführer.

Der Konflikt mit der Schließung der DRK-Küche zum 1. Juni 2018 spitzt sich indes weiter zu. Hierzu gibt die Gewerkschaft ver.di eine gesonderte Pressemitteilung heraus.

Der DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V. betreibt unter anderem in Forst das Pflegeheim „Haus am Rosengarten“ mit ca. 65 Beschäftigten und eine ambulante Pflege (Sozialstation) mit 60 Beschäftigten.