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Hohe Streikbeteiligung

Thiem-Service GmbH

Hohe Streikbeteiligung

Tarifverhandlungen mit der Thiem-Service GmbH in Cottbus


Erfolgreicher Warnstreik bei der Thiem-Service GmbH
am 6. Dezember 2018 im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum

An dem eintägigen Warnstreik am 6. Dezember 2018 bei der Thiem-Service GmbH, einer Tochtergesellschaft des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums, hatten sich rund 60 Beschäftigte beteiligt. Der Streik geht noch bis 22:45 Uhr.

Obwohl bei der Thiem-Service GmbH rund 170 Beschäftigte arbeiten, sind von den Tarifverhandlungen nur 135 Beschäftigte betroffen. Im Oktober 2018 wurden 35 Beschäftigte des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums in die Thiem-Service GmbH ausgegliedert. Diese 35 Beschäftigten werden aber weiterhin zu den Arbeitsbedingungen beschäftigt, wie sie jetzt und in der Zukunft im Carl-Thiem-Klinikum gelten.

Somit hat sich fast jeder zweite Beschäftigte der 135 Beschäftigten, die von den Tarifverhandlungen direkt betroffen sind, an dem Warnstreik beteiligt.

„Die betriebliche ver.di-Tarifkommission ist mit der hohen Streikbeteiligung sehr zufrieden. Die hohe Streikbeteiligung macht deutlich, dass das Tarifangebot der Arbeitgeberseite und der einseitige Abbruch der Tarifverhandlungen durch die Arbeitgeberseite bei den betroffenen Beschäftigten keine Zustimmung finden.“, so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer.

Der Warnstreik hat auch erhebliche Auswirkungen auf den Betriebsablauf. So muss die Arbeit der Serviceassistenten auf den Stationen entweder durch das Pflegepersonal zusätzlich übernommen werden oder diese Arbeiten bleiben unerledigt liegen. Am Nachmittag wurden Krankenpflegeschüler/innen der Medizinischen Schule des Carl-Thiem-Klinikums nach dem Unterricht zu Streikarbeiten bei der Thiem-Service GmbH herangezogen.

„Die Heranziehung von Auszubildenden zu Streikarbeiten ist jedoch unzulässig“, so Ralf Franke von ver.di. Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 12.09.1984, Aktenzeichen 1 AZR 342/83 entschieden: „Zu Arbeiten als Streikbrecher dürfen die Auszubildenden ohnehin nicht herangezogen werden. Schließlich kann der Arbeitgeber nicht erwarten, dass sich die Auszubildenden bei kurzen Warnstreiks gegenüber den Arbeitnehmern des Betriebs unsolidarisch verhalten.“ (Veröffentlicht bei Juris, Randnummer 138 auf Seite 30 – siehe Anlage).

Die Gewerkschaft ver.di hatte die Beschäftigten der Thiem-Service GmbH zum eintägigen Warnstreik aufgerufen, weil bei den zurückliegenden zwei Verhandlungsrunden keine Tarifeinigung erzielt wurde, die Arbeitgeberseite den nächsten Verhandlungstermin einseitig abgesagt und die Tarifverhandlungen einseitig ohne neuen Verhandlungstermin ausgesetzt hat.

Die Gewerkschaft ver.di fordert von der Thiem-Service GmbH (TSG) die Angleichung der tariflichen Arbeitsbedingungen an die Arbeitsbedingungen nach dem für das Carl-Thiem-Klinikum gültigen Tarifvertrag (TV-CTK).

Die Thiem-Service GmbH hatte im November 2018 angeboten, die Entgelte ab 1. Januar 2019 um 2% und ab 1. Januar 2020 um weitere 1,5% erhöhen. Für die drei Monate von Oktober 2018 bis Dezember 2018 hatte die TSG eine Einmalzahlung in Höhe von insgesamt 100 EUR (bei Teilzeitbeschäftigten anteilig) angeboten. Die ver.di-Verhandlungskommission hat das „Sondierungsangebot“ zur Entgelterhöhung als völlig unzureichend zurückgewiesen.

Mit dem Arbeitgeberangebot sollen sich die Stundenlöhne ab Januar 2019 um nur 18 Cent bis 20 Cent pro Stunde erhöhen. Der Stundenlohn einer Serviceassistentin würde sich dann auf 9,82 EUR und ab einer vierjährigen Beschäftigung auf 10,13 EUR pro Stunde erhöhen. Damit würde sich das Monatsentgelt bei einer Serviceassistentin, die in der Regel nur mit 30 Stunden pro Woche beschäftigt wird, nur um rund 25 EUR brutto erhöhen. Der Nettobetrag ist dann noch viel niedriger!