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Keine Einigung

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Keine Einigung

Noch keine Einigung bei Tarifverhandlungen mit der SZ-Dienstleistungen GmbH

ver.di hat für Freitag, den 7. September 2018 zum Warnstreik aufgerufen

Bei den Tarifverhandlungen für die 82 Beschäftigten der SZ-Dienstleistungen GmbH im Landkreis Elbe-Elster konnte noch keine Tarifeinigung erzielt werden. Die Gewerkschaft ver.di hat daher für Freitag, den 07.09.2018 für die Zeit von 11 Uhr bis 15:30 Uhr die Beschäftigten an den Standorten in Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain und Herzberg (Elster) zum Warnstreik aufgerufen. Die Streikteilnehmer aus allen 3 Standorten treffen sich ab 11:15 Uhr zu einer Streikkundgebung vor dem Seniorenzentrum „Albert-Schweitzer“ in Doberlug-Kirchhain, Am Kleinhof 2.

Die SZ-Dienstleistungen GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Seniorenzentrum „Albert-Schweitzer“ gGmbH im Landkreis Elbe-Elster. Die Seniorenzentrum „Albert-Schweitzer“ gGmbH ist wiederum eine Gesellschaft des Landkreises Elbe-Elster und betreibt in Finsterwalde, in Doberlug-Kirchhain und in Herzberg (Elster) jeweils ein Pflegeheim, betreutes Wohnen und ambulante Pflege. Die SZ-Dienstleistungen GmbH erbringt mit den 82 Beschäftigten die Essenversorgung, die Reinigung und die Wäscheversorgung für die Bewohner der 3 Pflegeheime im Landkreis Elbe-Elster.

Die Gewerkschaft ver.di hatte die SZ-Dienstleistungen GmbH im Mai 2018 zu Tarifverhandlungen aufgefordert, nachdem sich rund die Hälfte der Belegschaft in der Gewerkschaft ver.di organisiert hatten. Die Gewerkschaft ver.di strebt mit den Tarifverhandlungen einen Tarifvertrag an, der sich an dem bestehenden ver.di-Tarifvertrag mit der Muttergesellschaft, der der Seniorenzentrum „Albert-Schweitzer“ gGmbH, sowie an anderen ver.di-Tarifregelungen mit Pflegeheimbetreibern orientiert. Mit dem Tarifvertrag sollen sich das Entgelt und der Erholungsurlaub erhöhen. Weiterhin sollen Zeitzuschläge für die Sonntags- und Feiertagsarbeit und die Zahlung eines Weihnachtsgeldes (Jahressonderzahlung) vereinbart werden.
Bislang sind die Arbeitsbedingungen sehr unterschiedlich einzelvertraglich geregelt. So erhalten die Küchenhilfen und Wäschereibeschäftigten nur den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 EUR je Stunde. Die Beschäftigten in der Reinigung erhalten stattdessen 9,30 EUR pro Stunde. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten erhalten nur 24 Tage Urlaub im Jahr. Die Gewerkschaft ver.di fordert mindestens 28 bis 30 Tage Urlaub im Jahr.

Die Tarifverhandlungen wurden am 6. Juli 2018 aufgenommen und ohne eine Einigung auf den 18. September 2018 vertagt. Die Geschäftsführerin der SZ-Dienstleistungen GmbH hatte die ver.di-Tarifforderung als zu hoch zurückgewiesen und stattdessen eine Entgelterhöhung um 1,9% rückwirkend ab Januar 2018 sowie bei positivem Jahresabschluss eine weitere Entgelterhöhung um 0,5%, ebenfalls rückwirkend ab Januar 2018, angeboten und ein Tarifangebot für den Zeitraum ab Januar 2019 angekündigt.
Die ver.di-Tarifkommission hat das Arbeitgeberangebot für das Jahr 2018 aber als völlig unzureichend bewertet. Die ver.di-Tarifkommission hat für das Jahr 2018 eine 3,5%ige Entgelterhöhung sowie mindestens 28 Tage Urlaub und die Einführung eines Zeitzuschlages für Sonntagsarbeit in Höhe von 25% des Stundenentgeltes gefordert. Die Gewerkschaft ver.di begründet die Forderung unter anderem damit, dass Anfang dieses Jahres die Tariflöhne für das Gastronomiegewerbe (Dehoga) im Land Brandenburg um 3,5% und die Tariflöhne im Reinigungsgewerbe um 5,5% erhöht wurden.
Die Arbeitgeberseite hat die ver.di-Tarifforderung für das Jahr 2018 abgelehnt.

Inzwischen haben 57 Beschäftigte mit Ihrer Unterschrift gegenüber der Geschäftsführung die Unterstützung der Tarifforderung der ver.di-Tarifkommission erklärt. Mit dem Warnstreik am Freitag, den 07. September 2018 soll die ver.di-Tarifforderung unterstützt werden.